Initiative unsers Fraktionsvorsitzenden erscheint als harmonisches Gemeinschaftswerk :)

LKZ am 21.05.2019 Von Florian Mader

Renningen Räte wollen das Klima schützen

Renningen – Der katholische Pfarrer Franz Pitzal ist wieder einmal Trendsetter. Unter das Motto „Schöpfung“ hat er seine diesjährige Sonderausstellung gestellt, seit Tagen steht er daher schon in seinem Krippenmuseum und malt Motive rund um die Themen Erderwärmung, Umweltverschmutzung, Müllberge und Autoabgase, bevor er am Donnerstag die Ausstellung eröffnet.

Auch gegenüber, im Rathaus, sollen die Mitarbeiter künftig ihre Arbeit am Klimaschutz ausrichten. Das jedenfalls wollen die Gemeinderäte und haben einen einstimmigen Grundsatzbeschluss gefasst. Klimaschutz sei eine zentrale Frage für das (Über-)Leben der Menschheit, heißt es in dem Papier. „Wir wollen uns dieser Verantwortung auch in Renningen stellen und dies gegenüber der Bevölkerung mit diesem Beschluss als Grundlage unserer Kommunalpolitik deutlich machen.“

Das Thema fand schnell Zustimmung

Einer der Initiatoren ist der grüne Stadtrat Jochen Breutner-Menschick. „Ich hatte einen Vortrag der Studie Mobiles Baden-Württemberg besucht und bin so auf das Thema gestoßen“, berichtet er. „In meiner Fraktion fand es sofort Zustimmung.“ Auch die anderen Fraktionen musste Breutner-Menschick nicht lange überreden, SPD-Fraktionschef Thomas Mauch half bei der präzisierenden Formulierung des Antrags.

Das Ziel ist klar: Bis 2050 will Renningen die Emissionen von Verkehr, Wärme und Energieversorgung auf Null runterfahren. Bis 2030 sollen die Treibhaus-Ausstöße um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. An den europäischen und weltweiten Klimazielen, wie sie in Paris und Kattowitz beschlossen wurden, orientieren sich die Lokalpolitiker bei diesen Zahlen. „Wir können Paris nicht in Renningen umsetzen, aber wir können daran mitwirken“, erklärt Thomas Mauch, der SPD-Fraktionschef.

„Dort, wo wir als Stadt Einfluss haben, sollten wir ihn nutzen“, findet auch Breutner-Menschick. Von der Stadtverwaltung wünscht sich der Grünen-Fraktionschef mehr Tempo für den Klimaschutz. „Wenn zum Beispiel Parkplätze diskutiert werden, denken alle nur an Arbeitsplätze, aber niemand an das Klima.“ Einen Erfolg sieht er daher in der Hauptstraße, wo beim evangelischen Gemeindehaus ein Parkplatz gewichen ist und an dieser Stelle jetzt Fahrrad-Stellplätze sind.

„Es geht eher um Geisteshaltung“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Weiß sieht die Stadt auf einem guten Weg. „Auch bisher haben wir den Klimaschutz berücksichtigt“, sagt er. Das Blockheizkraftwerk für das Schulzentrum läuft mit Holz, Straßenlaternen teilweise mit LED und die Stadtverwaltung bezieht Ökostrom. Dennoch habe seine Fraktion dem Antrag gerne zugestimmt. „Das ist eine grundsätzliche Frage, die wir auch für die Zukunft niedergeschrieben haben wollen“, sagt Weiß. Klimaschutz sei wichtig, sagt auch Resi Berger-Bäuerle, die Chefin der Frauen für Renningen. „Wir wollen ein Konzept erarbeiten, damit sich Renningen verstärkt darum bemüht.“

Aber was kann eine Stadtverwaltung überhaupt tun? Konkret wird der Antrag nicht, soll er auch nicht sein. „Es geht eher um Geisteshaltung“, sagt der Freie Wähler Marcus Schautt, der ebenfalls ohne Zögern zugestimmt hat. „Alle künftigen Entscheidungen wollen wir darauf abklopfen, ob es Möglichkeiten zur CO2-Einsparung und zum Klimaschutz gibt“, erklärt er. Im Herbst, bei der großen Klausurtagung des neuen Gemeinderates, wollen sich die Lokalpolitiker konkreter mit dem Thema auseinandersetzen. „Dann wollen wir von Experten wissen, wo die Möglichkeiten sind, die eine Kommune hat“, kündigt Schautt an.

„Wir müssen uns der Situation stellen“

Dennoch fallen den Ratspolitikern bereits konkrete Vorschläge ein. Marcus Schautt nennt Blumenwiesen, die dem Artenschutz und den Bienen dienen. „Wir brauchen ein Energiekonzept für unsere städtischen Gebäude“, sagt Thomas Mauch (SPD). Fahrradstraßen und Fahrradwege liegen dem CDU-Politiker Peter Weiß am Herzen, ebenso Resi Berger-Bäuerle. „Wenn wir die Bevölkerung dazu bringen, mehr zu laufen und innerörtlich das Rad zu benutzen, haben wir viel gewonnen.“ Und der Grüne Jochen Breutner-Menschick will beim Bau der neuen Sporthalle auf den Umweltschutz achten. „Wir prüfen, ob wir da Baustoffe wie Holz einsetzen können“, erklärt er.

„Wir müssen uns der Situation stellen“, formuliert SPD-Mann Mauch, „damit es nicht bei holen Worten bleibt“.

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